{"id":630,"date":"2015-04-05T10:22:18","date_gmt":"2015-04-05T08:22:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abdomenstim.de\/de\/?page_id=630"},"modified":"2015-04-05T12:37:49","modified_gmt":"2015-04-05T10:37:49","slug":"abschlussbericht-2012","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.abdomenstim.de\/de\/?page_id=630","title":{"rendered":"Abschlu\u00dfbericht 2012"},"content":{"rendered":"<p>Fortsetzung der <a title=\"Zwischenergebnisse\" href=\"http:\/\/www.abdomenstim.de\/de\/?p=416\">Zwischenergebnisse<\/a>.<\/p>\n<h3>AP3: Patientenrekrutierung und Stimulation<\/h3>\n<p>Die Patientenrekrutierung konnte wie geplant nach Abschluss der Erfassung der historischen Gruppe und der gleichzeitigen Entwicklung der Software f\u00fcr den Stimulator begonnen werden. Nach Einschluss der Probanden wurde nach Einholung der Einwilligungen mit der Stimulation begonnen. Es wurden insgesamt 10 Probanden eingeschlossen. Ein Proband hat die Studie abgebrochen, da er nicht von dem Erfolg der Stimulation \u00fcberzeugt war. Die Integration der Stimulation in den Klinikalltag gelang zu Beginn nicht immer reibungslos. W\u00e4hrend die Stimulation auf der Intensivstation ohne Problem verlief, war die Integration der Stimulation in den Stationsablauf in manchen Situationen schwierig. Da die Stimulation pro Tag insgesamt zwei Stunden in Anspruch nahm, kam es zu Kollisionen mit der \u00fcblichen Stationsroutine. Nach Auswertung der ersten Patienten und durch R\u00fcckmeldungen der Patienten nahm die Akzeptanz auf den Stationen bald zu.<\/p>\n<h3>AP4: Nachuntersuchung<\/h3>\n<p>Die Patienten mit einer Stimulation werden durch den Studienarzt 3 und 6 Monate nach Ende der Stimulation nachuntersucht. Besonderer Schwerpunkt ist dabei die Entwicklung der pulmonalen Parameter. Dabei werden klinische Parameter und Parameter der Atemphysiologie erfasst.\u00a0 Die Nachuntersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, da sie \u00fcber den Zeitraum der Studie hinausreichen. Bisher konnten keine Pneumonien gesehen werden. Eine abschlie\u00dfende Bewertung steht noch aus.<\/p>\n<h3>AP5: Auswertung<\/h3>\n<p>Die Auswertung der Daten im Rahmen der retrospektiven Studien, der Zwischenauswertung und nach Abschluss der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum f\u00fcr klinische Forschung am ukb. Die Zielparameter wurden im Rahmen der Studienhypothesen formuliert und sollen durch die retrospektive Studie verifiziert werden. Die statistische Auswertung ist nahezu abgeschlossen und die Ergebnisse werden in diesem Bericht zusammengefasst (siehe Ergebnisse Gesamtprojekt und Anhang).<\/p>\n<h3>AP6: Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse<\/h3>\n<p>Die technischen Details der Stimulation wurden auf der Konferenz f\u00fcr Biomedizinische Technik (BMT 2012) in Jena vorgestellt (Schauer T, Stephan R, Niedeggen A, Liebscher T, Dorien J, Seidl RO (2012) Breathing synchronized electrical stimulation of the abdominal muscles in patients with acute tetraplegia. <i>Biomed Tech, 57(Suppl. 1), 2012)<\/i>. Die weiteren Ergebnisse werden zur Zeit in einer Promotion an der HU Berlin verarbeitet, eine Ver\u00f6ffentlichung ist in der Vorbereitung.<\/p>\n<h1>Ergebnisse des Gesamtvorhabens<\/h1>\n<h2>Historische Gruppe<\/h2>\n<p>Es konnten \u00fcber den Zeitraum von 2002 bis 2009 insgesamt 37 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Von diesen Patienten erlitten 20 (54,3%) der Patienten eine Pneumonie in den ersten 90 Tagen der Behandlung. Die Zunahme einer Vorerkrankung erh\u00f6hte dabei die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr das Auftreten einer Pneumonie um das 2-fache. Weitere Zusammenh\u00e4nge konnten nicht gefunden werden. Die weitere Auswertung der Daten findet sich im Anhang.<\/p>\n<h2>Experimentelle Gruppe<\/h2>\n<p>In der experimentellen Gruppe wurden insgesamt 11 Patienten eingeschlossen, wobei 9 Patienten die Studie beendeten. Ein Patient brach die Studie ab, ein weiterer wurde vor Ende der Studie verlegt. Von den 9 verbliebenen Patienten erlitt kein Patient w\u00e4hrend der Stimulationsphase eine Pneumonie, obwohl die Anzahl der Vorerkrankungen in der Stimulationsgruppe signifikant h\u00f6her war als in der historischen Gruppe. Die weiteren Daten finden sich im Anhang.<\/p>\n<h2>Vergleich historische und experimentelle Gruppe<\/h2>\n<p>Um die Vergleichbarkeit der experimentellen mit der historischen Gruppe zu pr\u00fcfen, wurden die Werte, die Einfluss auf die gew\u00e4hlten Studienparameter haben, verglichen. Es gab einen statistisch signifikanten Unterschied bei der Anzahl der Vorerkrankungen zwischen den Gruppen. Der Mittelwert der Vorerkrankungen in der experimentellen Gruppe lag doppelt so hoch wie in der historischen Gruppe. Dies ist sicher Folge des steigenden Alters der Erkrankten. Keine statistisch signifikanten Unterschiede gab es bei Alter, Gr\u00f6\u00dfe, Gewicht, L\u00e4hmungsh\u00f6he \u00a0und -ursache, ASIA-Klassifikation und Begleitverletzungen. Dabei lagen alle Mittelwerte (Alter, Gewicht, BMI, Begleitverletzungen und Begleiterkrankungen) sowie die L\u00e4hmungsh\u00f6he und die Auspr\u00e4gung der L\u00e4hmung in der experimentellen Gruppe h\u00f6her. Damit kann die experimentelle Patientengruppe als st\u00e4rker eingeschr\u00e4nkt gegen\u00fcber der historischen Gruppe beschrieben werden. Nach den bisherigen Vorstellungen zur Pathogenese der Pneumonie bei Patienten mit einer kauten Tetraplegie h\u00e4tten in der experimentellen Gruppe mehr Pneumonien auftreten m\u00fcssen.<\/p>\n<h3>Beatmungsparameter<\/h3>\n<p>Die automatische Protokollfunktion des Stimulatorprogramms erm\u00f6glichte es, den Einfluss der abdominellen Stimulation auf die ermittelten Atemwegparameter kontinuierlich zu \u00fcberpr\u00fcfen. Gepr\u00fcft wurden Dauer, Volumen und Peak-Flow bei In- und Exspiration, wobei die Stimulation die Exspiration unterst\u00fctzte. Ausgewertet wurden die Mittelwerte \u00fcber alle Patienten der Mittelwerte der beiden Stimulationen an einem Tag.<\/p>\n<h4>Vergleich erster und letzter Tag<\/h4>\n<p>\u00dcber den Verlauf kommt es bei allen Parameter zu einer Besserung der Werte, statistisch signifikant war dies beim Peak-Flow (In- und Exspiration) mit 100% Stimulationsintensit\u00e4t. Dies kann als Hinweis f\u00fcr eine Besserung der muskul\u00e4ren M\u00f6glichkeiten angesehen werden. \u00dcber den Studienverlauf ist es zu einer Zunahme der stimulierbaren Muskulatur gekommen.<\/p>\n<h4>Vergleich der Stimulationsintensit\u00e4t<\/h4>\n<p>Gepr\u00fcft wurde, ob die unterschiedlichen Stimulationsintensit\u00e4ten (0%, 60% und 100% der maximal aushaltbaren Stimulationsintensit\u00e4t) Einfluss auf die Atemwegparameter hat. Die Mittelwerte zeigen, das es durch die Stimulation zu den gew\u00fcnschten Effekten kommt, die Dauer der In- und Exspiration nimmt unter Stimulation ab, das Volumen und ebenso der Peak-Flow zu. Statistisch signifikant auf dem 0,1-Niveau ist dies beim Peak-Flow (Inspiration und Exspiration ).<\/p>\n<h4>Vergleich der Stimulationsdurchg\u00e4nge<\/h4>\n<p>Gepr\u00fcft wurde die Ersch\u00f6pfung der Probanden w\u00e4hrend eine Stimulation (0%-60%-100%-0%-60%-100%-0% Stimulationsintensit\u00e4t) durch einen Vergleich des ersten mit dem zweiten Stimulationsdurchgang. Auch wenn es geringe Abweichungen in den Mittelwerten gab, kam es zu keinen statistisch signifikanten \u00c4nderungen zwischen dem ersten und dem zweiten Stimulationsdurchgang. Eine Ersch\u00f6pfung der Muskulatur, die zu einer signifikanten Abnahme der Atemwegparameter f\u00fchrt, ist nicht aufgetreten.<\/p>\n<h3>Probandenbefragung<\/h3>\n<p>Zur Evaluation der Stimulation wurden die Probanden im Abstand von 14 Tagen mit einem standardisierten Fragebogen zu ihrer Erfahrungen mit der Stimulation befragt. Auff\u00e4llig dabei war, dass ca. 33% der Probanden Schwierigkeiten bei der Stimulation angaben (keine Besserung, Bel\u00e4stigung durch die Stimulation etc.) und 66% einen guten Erfolg bzw. eine Besserung der Beschwerden angaben. Diese Probanden w\u00fcnschten auch eine Fortsetzung der Stimulation nach Ende der Studie. Schmerzen oder weitergehende Komplikationen wurden von allen Probanden verneint.<\/p>\n<h3>Komplikationen durch die Stimulation<\/h3>\n<p>Durch die Stimulation kam es \u00fcber den gesamten Zeitraum zu keinen Komplikationen. Einzig eine geringe Hautr\u00f6tung konnte direkt nach der Stimulation beobachtet werden. Ein Abbruch der Stimulation auf Grund von Problemen oder Komplikationen mit den Stimulationsger\u00e4ten, der Stimulation oder durch den Patienten trat nicht auf. In einer Befragung gaben die Probanden keine Schmerzen und zus\u00e4tzlichen Krankheitssymptome durch die Stimulation an.<\/p>\n<h2>Beantwortung der Studienfragen<\/h2>\n<p>Eingeschr\u00e4nkt werden die Ergebnisse durch die kleine experimentelle Studiengruppe. Die proof-of-concept-Studie konnte nach neun Patienten ohne eine Pneumonie abgeschlossen werden. Damit ist ein echter Vergleich zwischen der experimentellen und der historischen Gruppe nur sehr eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Reduktion von pulmonalen Infekten und Pneumonien<\/h3>\n<p>Dieses Ziel konnte erreicht werden. In dem Stimulationszeitraum traten bei den eingeschlossenen Patienten, die die Studie beendeten, <b>keine<\/b> Pneumonien auf. Die Kosten f\u00fcr die Antibiotikabehandlung konnten auf die H\u00e4lfte reduziert werden.<\/p>\n<h3>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verk\u00fcrzung des Weaning<\/h3>\n<p>Diese Frage konnte aufgrund der kleinen Gruppe und den Beschr\u00e4nkungen in der Dokumentation der historischen Gruppe nicht beantwortet werden.<\/p>\n<h3>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verk\u00fcrzung des station\u00e4ren Aufenthalts (Intensiv- und Normalstation)<\/h3>\n<p>Diese Frage kann noch nicht abschlie\u00dfend beantwortet werden. Die Liegezeit der Patienten auf Normalstation erstreckt sich \u00fcber den Verlauf dieser Studie und des F\u00f6rderzeitraums hinaus. Ein Unterschied in den mittleren Liegezeiten auf der Intensivstation konnte zwischen den Gruppen nicht gefunden werden. In beiden Gruppen fand sich ein Einfluss der Anzahl der Vor- und Begleiterkrankungen auf die Liegezeit. In der historischen Gruppe hatte zus\u00e4tzlich die Dauer der Beatmung Einfluss, diese ist aber bei einer Pneumonie verl\u00e4ngert.<\/p>\n<h3>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Reduktion von Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t.<\/h3>\n<p>Auch diese Frage kann nicht abschlie\u00dfend beantwortet werden, da die experimentelle Gruppe zu klein ist. Todesf\u00e4lle hat es bisher in der experimentellen Gruppe nicht gegeben.<\/p>\n<h3>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Reduktion der Behandlungskosten<\/h3>\n<p>Dieser Punkt kann noch nicht abschlie\u00dfend beurteilt werden, da die Dauer der station\u00e4ren Aufenthalte noch nicht abschlie\u00dfend berechnet werden kann. Allerdings ist zu bedenken, dass die Liegezeit vor allem durch die Rehabilitation des Patienten bestimmt wird und nicht alleine durch die Behandlung der Erkrankung. Bei einer Berechnung der Kosten f\u00fcr Antibiotika zeigten sich im Mittel in der historischen Gruppe f\u00fcr Patienten mit einer Pneumonie Kosten von 888,24\u20ac, in der experimentellen Gruppe bei den Patienten von 462,23\u20ac. Die Kosten haben sich durch die Minimierung der Zahl der Pneumonien halbiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fortsetzung der Zwischenergebnisse. AP3: Patientenrekrutierung und Stimulation Die Patientenrekrutierung konnte wie geplant nach Abschluss der Erfassung der historischen Gruppe und der gleichzeitigen Entwicklung der Software f\u00fcr den Stimulator begonnen werden. Nach Einschluss der Probanden wurde nach Einholung der Einwilligungen mit der Stimulation begonnen. Es wurden insgesamt 10 Probanden eingeschlossen. 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